Cloud Computing ist die Vision des heutigen Computer Zeitalters.
Dabei wird die zu betreibende Software und die dazu notwendige Hardware (Server
etc.) nicht mehr selbst betrieben. Google macht es bereits durch ein
Office-Klon vor, womit Briefe wie in Word, und Tabellenkalkulationen wie mit
Excel, Online durch den Browser anwendbar werden. Auch Adobe sprengt die Grenzen
indem eine Online Variante von der Bildbearbeitungssoftware Photoshop angeboten
wird.
Heute am 27 Oktober 2008 wurde auf der PDC2008 (Professional
Developers Conference) von Microsoft in Los Angeles, die Hauseigene Lösung zum
Thema SaaS (Software as a Service) präsentiert: Windows Azure
Dabei ist Windows Azure kein Betriebssystem, was für
Endbenutzer gedacht ist. Das neue Windows wird ausschließlich in Microsoft
Rechenzentren betrieben. Windows Azure bietet zu folgenden Microsoft Produkten,
öffentliche Schnittstellen an: Live Services, .NET-Services, SQL Services,
SharePoint Services, Dynamics CRM Services. (siehe Abb. 1)
Abb. 1: Das Azure Services Platform
Damit wird nun ein Hosting und Management von
Cloud-basierten Diensten kostenpflichtig angeboten. Die Abrechnung soll bei der
finalen Version, nach Nutzung stattfinden.
Windows Azure mit Visual Studio ansprechen
Microsoft veröffentlichte zudem ein freies SDK in der
CTP-Version (siehe Abb. 2). Womit auf Windows Azure ausschließlich mit Visual
Studio zugegriffen werden kann. Das SDK kann unter folgenden Link
heruntergeladen werden: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=BB893FB0-AD04-4FE8-BB04-0C5E4278D3E9&displaylang=en
Windows Azure Tools für Visual Studio: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=63D0D248-1B08-4F7D-ABDE-62EB75CB1E69&displaylang=en
Abb. 2: Windows Azure - Software Development Kit (October
2008 CTP)
Damit das SDK auch Ausliebig getestet werden kann, muss sich
dazu kostenlos Registrieren. http://www.microsoft.com/azure/signin.mspx
Wenn alle drei Dinge erledigt sind, kann das Testen auch
schon beginnen. Unter Visual Studio wird nun ein "Neues Projekt" mit
Cloud Service - Web Cloud Service erzeugt (siehe Abb.3). Unter Windows Vista
MUSS das Visual Studio vorher mit Administrator rechten gestartet sein.
Abb. 3: Cloud Service unter Visual Studio
Als Namen tragen wir "HelloCloud" ein. Anschließend
werden zwei Projekte automatisch erzeugt (siehe Abb.4). Das erste mit
"HelloCloud" ist unsere Cloud-Anwendung mit den dazugehörigen Einstellungen.
"HelloCloud_WebRole" dient zum lokalen Entwickeln und Testen der
Anwendung.
Abb. 4: Cloud-Projektaufbau unter Visual Studio
Zum Testen wird beim Projekt "HelloCloud_WebRole"
bei der Default.aspx, ein Titel und eine Überschrift hinzugefügt mit
"Hello, Cloud!".
Abb. 5: Hello, Cloud! unter Default.aspx
Nun wird beim Starten des Projekts, wie gewohnt, lokal die
ASP.NET-Page mit unserer Begrüßung angezeigt.
Abb. 6: Hello, Cloud! im Browser
Um die fertige Page nun auf Windows Azure zu laden, muss
beim ersten Projekt "HelloCloud_WebRole" mittels rechtsklick auf
"Publish.." geklickt werden. (siehe Abb.7)
Abb. 7: Cloud-Anwendung erzeugen
Es öffnen sich zwei neue Fenster. Zum einem das erzeugte
Projekt (siehe Abb.8), das aus zwei Dateien besteht. Einer Binären cspkg-Datei,
mit der hauptsächlichen Anwendung, und einer cscfg-Datei im XML-Format, mit den
Einstellungen der Cloud-Anwendung. Der Namensaufbau kann folgend aufgebaut sein:
cspkg (csharp- package) - xscfg (csharp-configuration).
Abb. 8: Cloud-Anwendung erzeugt
Das zweite Fenster ist der Browser, zum direkten Log-In des
Azures-Accounts. Wie die folgenden Bilder zeigen, soll es in Zukunft möglich
sein, einen Hosting-Service zu erzeugen mit eigener Subdomain. Leider war dies
gerade zum Zeitpunkt noch nicht aktiv. Nach dem erzeugten Service, können die
beiden Dateien hochgeladen werden. Unter der angelegten Subdomain, ist nun die
HelloCloud-Page Aktiv.
Abb. 9: Das erzeugen eines Hosting-Service
Abb. 10: Das erzeugen eines Projekts
Abb. 11: Subdomain zum Projekt anlegen
Abb. 12: Die erzeugte Cloud-Anwendung hochladen
Der kleine Vorgeschmack dieses Beispiels, macht auf jeden Fall
Hunger nach mehr! Auch die Community ist erfreut über die einfache Umsetzung
der Projekte. Bei der Finalen Version, wird die Plattform offen für andere
Anwendungen angeboten werden. Zum Beispiel für Python und Eclipse.
Fazit
Durch ein einheitliches System, wird die Kommunikation unter
den verschiedenen Anwendungen um einiges erleichtert. Gedanken zur Hardware-Architektur
und Datensicherheit bleiben hierbei erspart. Ein interessanter Punkt wird das
Vertrauen der Firmen zu Microsoft sein. Die Ihre Geschäftsdaten durch die
Anwendungen fließen lassen. Es bleibt abzuwarten bis die Finale Version
veröffentlicht wird, und was Microsoft zum Thema Datensicherheit anbieten kann.
Links
http://www.microsoft.com/azure/windowsazure.mspx
http://www.microsoft.com/azure/whatisazure.mspx
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