Windows Azure - Einer für alle, alle für Einen!

by Gregor Biswanger 27. Oktober 2008 18:45

Cloud Computing ist die Vision des heutigen Computer Zeitalters. Dabei wird die zu betreibende Software und die dazu notwendige Hardware (Server etc.) nicht mehr selbst betrieben. Google macht es bereits durch ein Office-Klon vor, womit Briefe wie in Word, und Tabellenkalkulationen wie mit Excel, Online durch den Browser anwendbar werden. Auch Adobe sprengt die Grenzen indem eine Online Variante von der Bildbearbeitungssoftware Photoshop angeboten wird.

Heute am 27 Oktober 2008 wurde auf der PDC2008 (Professional Developers Conference) von Microsoft in Los Angeles, die Hauseigene Lösung zum Thema SaaS (Software as a Service) präsentiert: Windows Azure

Dabei ist Windows Azure kein Betriebssystem, was für Endbenutzer gedacht ist. Das neue Windows wird ausschließlich in Microsoft Rechenzentren betrieben. Windows Azure bietet zu folgenden Microsoft Produkten, öffentliche Schnittstellen an: Live Services, .NET-Services, SQL Services, SharePoint Services, Dynamics CRM Services. (siehe Abb. 1) 

Abb. 1: Das Azure Services Platform

Damit wird nun ein Hosting und Management von Cloud-basierten Diensten kostenpflichtig angeboten. Die Abrechnung soll bei der finalen Version, nach Nutzung stattfinden.

Windows Azure mit Visual Studio ansprechen

Microsoft veröffentlichte zudem ein freies SDK in der CTP-Version (siehe Abb. 2). Womit auf Windows Azure ausschließlich mit Visual Studio zugegriffen werden kann. Das SDK kann unter folgenden Link heruntergeladen werden: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=BB893FB0-AD04-4FE8-BB04-0C5E4278D3E9&displaylang=en

Windows Azure Tools für Visual Studio: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=63D0D248-1B08-4F7D-ABDE-62EB75CB1E69&displaylang=en

 

Abb. 2: Windows Azure - Software Development Kit (October 2008 CTP)

Damit das SDK auch Ausliebig getestet werden kann, muss sich dazu kostenlos Registrieren. http://www.microsoft.com/azure/signin.mspx

Wenn alle drei Dinge erledigt sind, kann das Testen auch schon beginnen. Unter Visual Studio wird nun ein "Neues Projekt" mit Cloud Service - Web Cloud Service erzeugt (siehe Abb.3). Unter Windows Vista MUSS das Visual Studio vorher mit Administrator rechten gestartet sein.

Abb. 3: Cloud Service unter Visual Studio

Als Namen tragen wir "HelloCloud" ein. Anschließend werden zwei Projekte automatisch erzeugt (siehe Abb.4). Das erste mit "HelloCloud" ist unsere Cloud-Anwendung mit den dazugehörigen Einstellungen. "HelloCloud_WebRole" dient zum lokalen Entwickeln und Testen der Anwendung.

Abb. 4: Cloud-Projektaufbau unter Visual Studio

Zum Testen wird beim Projekt "HelloCloud_WebRole" bei der Default.aspx, ein Titel und eine Überschrift hinzugefügt mit "Hello, Cloud!".

Abb. 5: Hello, Cloud! unter Default.aspx

Nun wird beim Starten des Projekts, wie gewohnt, lokal die ASP.NET-Page mit unserer Begrüßung angezeigt.

Abb. 6: Hello, Cloud! im Browser

Um die fertige Page nun auf Windows Azure zu laden, muss beim ersten Projekt "HelloCloud_WebRole" mittels rechtsklick auf "Publish.." geklickt werden. (siehe Abb.7)

Abb. 7: Cloud-Anwendung erzeugen

Es öffnen sich zwei neue Fenster. Zum einem das erzeugte Projekt (siehe Abb.8), das aus zwei Dateien besteht. Einer Binären cspkg-Datei, mit der hauptsächlichen Anwendung, und einer cscfg-Datei im XML-Format, mit den Einstellungen der Cloud-Anwendung. Der Namensaufbau kann folgend aufgebaut sein: cspkg (csharp- package) - xscfg (csharp-configuration).

Abb. 8: Cloud-Anwendung erzeugt

Das zweite Fenster ist der Browser, zum direkten Log-In des Azures-Accounts. Wie die folgenden Bilder zeigen, soll es in Zukunft möglich sein, einen Hosting-Service zu erzeugen mit eigener Subdomain. Leider war dies gerade zum Zeitpunkt noch nicht aktiv. Nach dem erzeugten Service, können die beiden Dateien hochgeladen werden. Unter der angelegten Subdomain, ist nun die HelloCloud-Page Aktiv.

Abb. 9: Das erzeugen eines Hosting-Service

Abb. 10: Das erzeugen eines Projekts

Abb. 11: Subdomain zum Projekt anlegen

Abb. 12: Die erzeugte Cloud-Anwendung hochladen

Der kleine Vorgeschmack dieses Beispiels, macht auf jeden Fall Hunger nach mehr! Auch die Community ist erfreut über die einfache Umsetzung der Projekte. Bei der Finalen Version, wird die Plattform offen für andere Anwendungen angeboten werden. Zum Beispiel für Python und Eclipse.

Fazit

Durch ein einheitliches System, wird die Kommunikation unter den verschiedenen Anwendungen um einiges erleichtert. Gedanken zur Hardware-Architektur und Datensicherheit bleiben hierbei erspart. Ein interessanter Punkt wird das Vertrauen der Firmen zu Microsoft sein. Die Ihre Geschäftsdaten durch die Anwendungen fließen lassen. Es bleibt abzuwarten bis die Finale Version veröffentlicht wird, und was Microsoft zum Thema Datensicherheit anbieten kann.

Links

 

http://www.microsoft.com/azure/windowsazure.mspx

http://www.microsoft.com/azure/whatisazure.mspx



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Über den Autor

Gregor Biswanger

Microsoft MVP für Client App Dev
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Gregor Biswanger (Microsoft MVP für Client App Dev) ist freier Consultant, Trainer, Autor und Speaker.


Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der .NET-Architektur, agilen Prozessen und XAML. Er veröffentlichte vor kurzem seine DVD´s mit Video-Trainings zum Thema „Meine erste Windows 8 App“, „Windows Store Apps mit XAML und C#“ und „WPF 4.5 und Silverlight 5“ bei Addison-Wesley von video2brain.


Biswanger ist auch im Auftrag von Intel GmbH als Technologieberater für die Intel Developer Zone aktiv und ist Leader bei der Ingolstädter .NET Developers Group (INdotNET). 

 

Video über mich:
http://www.youtube.com/watch?v=mx_6SiiLxjk


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